Energetische Sanierung: Reihenfolge, Kosten und Förderung verständlich erklärt
Wer ein älteres Haus besitzt, kennt das Gefühl: Die Heizung läuft, und trotzdem zieht es an den Fenstern. Genau hier setzt eine energetische Sanierung an – sie senkt den Energiebedarf Ihres Gebäudes spürbar und dauerhaft. In diesem Ratgeber erkläre ich, welche Maßnahmen dazugehören, in welcher Reihenfolge sie sinnvoll sind, womit Sie bei den Kosten rechnen müssen und wie Förderung und Steuerbonus zusammenspielen. Verständlich, ohne Fachchinesisch – und mit dem Blick fürs Detail, den ich als Architekt und Energieberater aus Würzburg mitbringe.
Stand: 30.06.2026 · Ratgeber von Michael Kummer, Architekt & Energieberater
Planung und Energie zusammengedacht. Von der ersten Skizze über die Förderung bis zur handwerklich sauberen Umsetzung – ein Ansprechpartner für Würzburg und Unterfranken.
Projekt anfragenWas ist eine energetische Sanierung?
Eine energetische Sanierung bündelt alle baulichen Maßnahmen, die den Energiebedarf eines bestehenden Gebäudes dauerhaft senken – vor allem am Wärmeschutz und an der Heizung. Eine Renovierung verbessert Optik und Komfort, eine Modernisierung hebt den Wohnstandard. Die energetische Sanierung zielt auf etwas anderes: weniger Heizenergie, niedrigere Verbrauchskosten. Den rechtlichen Rahmen dafür setzt das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG.
Der Unterschied klingt nach Wortklauberei, entscheidet im Alltag aber viel. Neue Fliesen im Bad sind eine Renovierung. Eine gedämmte Fassade, neue Fenster oder eine Wärmepumpe sind energetische Maßnahmen – und nur für die gibt es Förderung oder Steuervorteile. In der Beratung trenne ich das sauber, denn davon hängt ab, welche Wege Ihnen offenstehen.
Das GEG gibt vor, welche energetischen Mindeststandards bei bestimmten Arbeiten am Bestand gelten. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern eine Leitplanke: Wer ohnehin saniert, sollte es gleich so tun, dass das Haus für die nächsten Jahrzehnte gut dasteht – energetisch wie wirtschaftlich.
Was gehört zur energetischen Sanierung? Die Maßnahmen im Überblick
Unter den Begriff fällt mehr, als viele denken. Im Kern geht es um zwei Bereiche: die Gebäudehülle, die die Wärme im Haus hält, und die Anlagentechnik, die diese Wärme effizient erzeugt. Die folgenden Maßnahmengruppen tauchen bei fast jeder Sanierung auf.
Wie tief Sie einsteigen, hängt vom Gebäude ab. Eine einzelne Maßnahme – etwa der Heizungstausch – kann für sich schon sinnvoll und förderfähig sein. Bei stark sanierungsbedürftigen Häusern lohnt oft der Blick aufs Ganze: eine Komplettsanierung in Richtung Effizienzhaus, bei der Hülle und Technik aufeinander abgestimmt werden.
Hier fließt mein Schreinermeister-Wissen in die Planung ein, ohne dass ich die Tischlerarbeiten selbst ausführe: Ich weiß, wie ein Fensteranschluss konstruktiv sauber gelöst wird, wo an Laibung, Traufe oder Deckenrand Wärmebrücken entstehen und wie sich Dämmebenen baubar verbinden lassen. Diese Detailtiefe entscheidet darüber, ob eine Maßnahme nur auf dem Papier gut aussieht oder am Bau wirklich funktioniert – ohne Tauwasser, ohne Bauschäden.
Dämmung
oberste Geschossdecke oder Dach, Außen- oder Innenwand der Fassade und die Kellerdecke – dort, wo am meisten Wärme verloren geht.
Fenster und Außentüren
moderne Verglasung und dichte Anschlüsse reduzieren Zugluft und Wärmeverluste deutlich.
Heizungstausch
weg von alter Öl- oder Gastechnik, hin zu effizienten Systemen wie der Wärmepumpe – idealerweise erst, nachdem die Hülle steht.
Lüftung mit Wärmerückgewinnung
führt verbrauchte Luft ab und holt die Wärme zurück ins Haus – wichtig, je dichter das Gebäude wird.
Begleitend
hydraulischer Abgleich, neue Heizkörper oder eine Flächenheizung, damit die Anlage rund läuft.
Die sinnvolle Reihenfolge: erst die Hülle, dann die Technik
Die Reihenfolge ist kein Detail am Rande – sie entscheidet über Wirkung und Kosten. Die Grundregel: erst die Gebäudehülle ertüchtigen, dann die Heizung dimensionieren. Der Grund ist einfach. Ein gut gedämmtes Haus mit dichten Fenstern braucht deutlich weniger Heizleistung. Wer zuerst die Heizung tauscht und erst danach dämmt, kauft fast zwangsläufig eine zu große Anlage – teurer in der Anschaffung, unwirtschaftlich im Betrieb.
Deshalb empfehle ich, vor der ersten Rechnung den roten Faden festzulegen. Das passende Werkzeug dafür ist der individuelle Sanierungsfahrplan, kurz iSFP: Er ordnet alle Maßnahmen in eine sinnvolle Abfolge, sodass jeder Schritt auf den nächsten einzahlt und Sie sich nichts verbauen. So lässt sich auch über Jahre in Etappen sanieren, ohne dass eine spätere Maßnahme eine frühere entwertet.
Der zweite Vorteil betrifft die Abstimmung. Wenn eine Person Bauplanung und Energiekonzept zusammen denkt, fallen die typischen Lücken weg – etwa die gedämmte Fassade, hinter der die Heizungsplanung noch mit alten Verbrauchswerten rechnet. Bei mir laufen beide Fäden zusammen, und das hält die Planung übersichtlich.
Was kostet eine energetische Sanierung?
Eine ehrliche Antwort vorweg: Den einen Preis gibt es nicht. Was eine energetische Sanierung kostet, hängt von der konkreten Maßnahme ab, vom Zustand und Baujahr des Hauses und vom Umfang. Eine neue Heizung als Einzelmaßnahme bewegt sich in einem ganz anderen Rahmen als eine Komplettsanierung zum Effizienzhaus. Seriöse Zahlen lassen sich erst nennen, wenn das Gebäude bekannt ist.
Statt mit Pauschalpreisen zu hantieren, schaue ich auf die Faktoren, die die Kosten wirklich treiben – und auf die Wirtschaftlichkeit. Der reine Angebotspreis sagt nämlich wenig aus. Entscheidend ist, was nach Energieeinsparung und Förderung übrig bleibt und wie schnell sich eine Maßnahme über die Heizkosten trägt.
Konkrete Euro-Beträge halte ich in diesem Ratgeber bewusst offen und nenne sie auf Anfrage für Ihr Haus. Marktübliche Spannen verschieben sich laufend, und eine Zahl ohne Blick aufs Gebäude führt eher in die Irre, als dass sie hilft.
Maßnahme und Umfang
Einzelmaßnahme oder Komplettsanierung zum Effizienzhaus.
Gebäudezustand und Baujahr
Wie viel Substanz lässt sich erhalten, wie aufwendig sind Anschlüsse und Vorarbeiten?
Konstruktion
Fachwerk, Massivbau oder denkmalgeschützte Fassade verlangen unterschiedliche, teils diffusionsoffene Lösungen.
Technikwahl
Art der Heizung, der Lüftung und der gewünschte Effizienzstandard.
Förderung und Steuerbonus
senken die Nettokosten erheblich – mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Förderung oder Steuerbonus? KfW, BAFA und der § 35c EStG
Für die Finanzierung gibt es zwei grundsätzliche Wege – und es lohnt sich, sie früh zu kennen, weil der eine Weg den anderen ausschließt. Der erste führt über die staatliche Förderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Heizungstausch laufen dabei in der Regel über die BAFA, die Sanierung zum Effizienzhaus oder bestimmte Heizungsvorhaben über die KfW, etwa das Programm KfW 261. Wer einen individuellen Sanierungsfahrplan vorlegt, kann zusätzlich vom iSFP-Bonus profitieren.
Der zweite Weg ist die Steuerermäßigung nach § 35c EStG. Sie steht Eigentümern offen, die ihr Wohngebäude selbst nutzen, und lässt sich über die jährliche Steuererklärung geltend machen – ohne vorherigen Antrag bei einer Förderstelle. Für manche Konstellationen ist das der unkompliziertere Weg.
Die wichtigste Regel zuerst, weil sie immer wieder für Ärger sorgt: Für ein und dieselbe Maßnahme können Sie nicht beides nutzen. Es gilt entweder Förderung oder Steuerbonus – nicht beides zugleich. Welcher Weg sich rechnet, hängt von Ihrer Situation ab, und genau das prüfe ich vorab.
Ebenso wichtig ist der Zeitpunkt. Bei der BEG-Förderung muss der Antrag beziehungsweise die Förderzusage in aller Regel vor dem Baubeginn vorliegen. Wer zuerst loslegt und sich erst danach um die Förderung kümmert, verliert den Anspruch – meist endgültig. Diese Reihenfolge ist nicht verhandelbar, deshalb klären wir sie ganz am Anfang.
Alle Quoten, Höchstbeträge und Programmstände nenne ich hier bewusst allgemein, weil sie sich von Jahr zu Jahr ändern. Was aktuell für Ihr Vorhaben gilt, prüfe ich tagesaktuell.
Wer bescheinigt eine energetische Sanierung?
Ein Punkt überrascht viele: Für die meisten BEG- und KfW-Förderungen ist die Begleitung durch einen Energieeffizienz-Experten nicht optional, sondern Pflicht. Und nicht durch irgendeinen – sondern durch einen, der in der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) eingetragen ist. Dieser Experte erstellt die Bestätigung zum Antrag (BzA), die Sie für die Förderzusage brauchen, und nach Abschluss die Bestätigung nach Durchführung (BnD), die belegt, dass alles wie geplant umgesetzt wurde.
Beim Steuerbonus nach § 35c EStG ist es einfacher: Hier genügt in der Regel die Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens nach amtlich vorgeschriebenem Muster. Auch ausstellungsberechtigte Energieberater dürfen sie erstellen. Welcher Nachweis nötig ist, richtet sich also danach, welchen der beiden Wege Sie gehen.
Genau an dieser Stelle bin ich für Sie der richtige Ansprechpartner. Ich bin Architekt und Mitglied der Bayerischen Architektenkammer, HWK-zertifizierter Energieberater und in der dena-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes eingetragen. Dazu kommt mein Schreinermeister-Wissen, das in die baubare Planung einfließt. Für Sie heißt das: Planung, Energiekonzept und die geforderten Bestätigungen liegen bei einer Person – ohne Schnittstellen, an denen Informationen verloren gehen.
Altbau richtig sanieren: Besonderheiten in Würzburg und Unterfranken
In Würzburg und ganz Unterfranken steht viel ältere Bausubstanz, die sich nicht nach Schema F sanieren lässt. Fränkischer Sandstein, Fachwerk und denkmalgeschützte Fassaden haben ihre eigenen bauphysikalischen Gesetze. Eine massive Außenwand aus Naturstein oder ein Fachwerkgefach reagiert anders auf Dämmung als ein Mauerwerksbau aus den Achtzigern – das muss man wissen, bevor das erste Material an die Wand kommt.
Das Standard-Dämmpaket aus dem Baumarkt kann bei historischer Substanz mehr Schaden anrichten als nützen. Wird die Wand außen oder innen falsch verpackt, kann Feuchtigkeit nicht mehr abtrocknen – Tauwasser, Schimmel und Schäden am Holz sind die Folge. Solche Gebäude verlangen diffusionsoffene Konzepte, die der Wand das Atmen lassen, statt sie zu versiegeln. Patentlösungen gibt es hier nicht, nur individuelle Planung.
Genau dafür sind Architektur und Energieberatung in einer Person ein Vorteil. Ich plane die Sanierung so, dass sie zur jeweiligen Konstruktion passt – ob das Haus in der Würzburger Altstadt steht, in Kitzingen oder in einem der unterfränkischen Dörfer ringsum. Und ich kenne die Wege, wenn der Denkmalschutz mit am Tisch sitzt.
Ihr nächster Schritt: vom Ratgeber zur konkreten Planung
Ein Ratgeber kann Ihnen das Thema sortieren – die Antworten für Ihr Haus liefert er nicht. Welche Maßnahme zuerst sinnvoll ist, was sie konkret kostet und welcher Förderweg sich für Sie rechnet, lässt sich erst sagen, wenn ich Ihr Gebäude kenne. Dafür gibt es zwei naheliegende Einstiege.
Im Erstgespräch klären wir, wo Ihr Haus steht und was Ihnen wichtig ist. Möchten Sie es strukturierter angehen, ist der individuelle Sanierungsfahrplan der ideale Start: Er macht Reihenfolge, Kosten und Förderung für Ihr Gebäude greifbar und gibt Ihnen einen Plan an die Hand, den Sie Schritt für Schritt umsetzen – im eigenen Tempo.
Der Vorteil bleibt derselbe wie über diesen ganzen Ratgeber hinweg: Sie haben eine Ansprechperson für Planung und Energie. Das nimmt Komplexität raus und sorgt dafür, dass am Ende alles zusammenpasst.
Häufige Fragen
Was zählt alles zur energetischen Sanierung?
In welcher Reihenfolge sollte man energetisch sanieren?
Was kostet eine energetische Sanierung?
Ist eine energetische Sanierung steuerlich absetzbar?
Wer darf eine energetische Sanierung bescheinigen?
Kann ich Förderung und Steuerbonus nach § 35c EStG kombinieren?
Lohnt sich eine energetische Sanierung überhaupt?
Wann ist eine energetische Sanierung Pflicht?
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